Wenn Ihr WLAN nicht funktioniert, prüfen Sie in dieser Reihenfolge: Router und Modem 60 Sekunden stromlos neu starten, Störung beim Provider ausschließen, Endgerät neu verbinden, Band (2,4 vs. 5 GHz) und Kanal wechseln, dann DNS und Firmware kontrollieren. Meist liegt es am Router, nicht am Gerät.
Symptome
- WLAN-Symbol zeigt verbunden, aber kein Internet oder ständiges Zeitüberschreiten der Anfragen.
- Signal bricht in bestimmten Räumen ab oder wechselt permanent zwischen zwei Balken und null.
- Einzelne Geräte finden die SSID nicht, andere Geräte im selben Raum schon.
- Downloadraten liegen deutlich unter dem gebuchten Tarif, Ping schwankt stark.
- Router-LED für Internet leuchtet rot, orange oder blinkt dauerhaft.
Häufige Ursachen
Router hat sich aufgehängt
Nach Tagen Dauerbetrieb bleiben Speicher, NAT-Tabelle oder DHCP-Leases hängen. Neue Geräte bekommen dann keine IP, bestehende Verbindungen frieren ein.
Störung beim Internetanbieter
Ein Ausfall am DSLAM, Kabelknoten oder im Backbone lässt das WLAN intern weiterlaufen, aber es kommt kein Verkehr ins Internet. Betrifft oft ganze Straßenzüge.
Funkstörungen und Kanalüberlappung
Im 2,4-GHz-Band überlagern Nachbar-WLANs, Bluetooth, Babyphones und Mikrowellen das Signal. In Mehrfamilienhäusern belegen oft zehn Netze denselben Kanal.
Schwaches Signal durch Platzierung
Steht der Router im Schrank, hinter dem Fernseher oder neben Metall, sinkt der Empfang drastisch. Stahlbetonwände und Fußbodenheizungen dämpfen das Signal massiv.
Falsche IP- oder DNS-Konfiguration
Manuell gesetzte, aber ungültige DNS-Server oder ein Adresskonflikt im DHCP-Bereich führen zu 'Verbunden, kein Internet'. Häufig nach VPN-Nutzung sichtbar.
Schritt-für-Schritt-Lösung
- Router und Modem sauber neu starten
Trennen Sie zuerst den Router, dann das Modem vom Strom. 60 Sekunden warten, damit Kondensatoren und Provider-Session vollständig zurückgesetzt sind. Erst Modem einstecken, LEDs stabilisieren lassen, dann Router. Kein Reset-Knopf drücken, das löscht Ihre Konfiguration. - Provider-Ausfall über Mobilfunk prüfen
Deaktivieren Sie WLAN am Smartphone und rufen Sie über Mobilfunk die Statusseite Ihres Anbieters auf (z. B. Telekom, Vodafone, 1&1). Ergänzend hilft ein Blick auf allestörungen.de. Liegt eine Störung vor, hilft nur abwarten und die offizielle Ticketnummer notieren. - Am Endgerät die Verbindung frisch aufbauen
Öffnen Sie die WLAN-Einstellungen, wählen Sie das Netz aus und klicken Sie auf 'Dieses Netzwerk ignorieren' bzw. 'Vergessen'. Danach neu verbinden und Passwort erneut eingeben. Damit werden fehlerhafte Profile, alte PMK-Cache-Einträge und veraltete DHCP-Leases entfernt. - Signalstärke und Routerplatzierung verbessern
Stellen Sie den Router frei, zentral und mindestens einen Meter über dem Boden auf. Weg von Mikrowellen, DECT-Basen, Aquarien und Metallregalen. Antennen leicht schräg ausrichten. Bei mehreren Etagen oder dicken Wänden ist ein Mesh-Set meist effektiver als ein einzelner Repeater. - Frequenzband und Funkkanal wechseln
Melden Sie sich am Router an (z. B. fritz.box, 192.168.0.1). Prüfen Sie die WLAN-Umgebung und wählen Sie im 2,4-GHz-Band einen freien Kanal aus 1, 6 oder 11. Wenn Ihr Gerät 5 GHz unterstützt, verbinden Sie es dort. Nach der Änderung Router neu starten. - IP-Adresse und DNS am Client prüfen
Unter Windows: cmd öffnen, ipconfig /all ausführen. Fehlt ein Standardgateway oder beginnt die IP mit 169.254, greift DHCP nicht. Dann ipconfig /release und ipconfig /renew. Danach DNS testweise auf automatisch stellen oder 1.1.1.1 eintragen und mit ping 1.1.1.1 gegen ping google.de vergleichen. - Firmware und Treiber aktualisieren
Router-Weboberfläche öffnen und Firmware-Update starten, sofern verfügbar. Am Endgerät den WLAN-Adaptertreiber im Geräte-Manager aktualisieren oder herstellerseitig neu installieren. Alte Treiber verursachen häufig Abbrüche nach dem Standby. - Hardware isolieren und gegenprüfen
Verbindet sich kein einziges Gerät, testen Sie einen Laptop per LAN direkt am Router. Läuft LAN, aber WLAN nicht, ist das Funkmodul defekt. Klappt beides nicht, liegt der Fehler am Modem oder Anschluss. Notieren Sie LED-Codes für den Provider-Support.
Typische WLAN-Symptome, wahrscheinliche Ursache und erste Maßnahme
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Erste Maßnahme |
|---|---|---|
| Verbunden, kein Internet | Provider-Störung oder DNS-Problem | Über Mobilfunk Status prüfen, DNS auf automatisch |
| Ständige Abbrüche | Kanalüberlastung im 2,4 GHz | Auf 5 GHz wechseln oder Kanal fest setzen |
| Sehr geringe Reichweite | Ungünstige Platzierung, Wände | Router freistellen, ggf. Mesh nachrüsten |
| Gerät findet SSID nicht | Falsches Band oder alter Treiber | WLAN-Profil löschen, Adaptertreiber aktualisieren |
| Internet-LED rot | Kein Signal vom Provider | Modem trennen, Kabel prüfen, Provider anrufen |
| Nur ein Gerät betroffen | Client-seitiges Netzwerkprofil | Netzwerk vergessen, neu verbinden, IP erneuern |
So beugen Sie vor
- Router alle paar Wochen kurz stromlos schalten, um Speicherlecks und hängende Sessions zu vermeiden.
- Automatische Firmware-Updates im Router aktivieren, sofern vom Hersteller unterstützt.
- WLAN-Passwort mit WPA2 oder WPA3 setzen, damit keine fremden Geräte das Netz überlasten.
- Bei mehr als 15 aktiven Geräten oder großen Wohnungen ein Mesh-System statt Einzel-Repeater einsetzen.
Häufige Fragen
Warum zeigt Windows 'Verbunden, kein Internet' an, obwohl der Router läuft?
Ihr Gerät hat eine WLAN-Verbindung zum Router, bekommt aber keine gültige Route ins Internet. Meist steckt ein DNS-Problem, ein hängender DHCP-Lease oder eine Provider-Störung dahinter. Setzen Sie DNS auf automatisch, führen Sie ipconfig /release und /renew aus und prüfen Sie parallel über Mobilfunk, ob der Anbieter eine Störung meldet.
Soll ich 2,4 GHz oder 5 GHz nutzen?
5 GHz liefert deutlich höhere Geschwindigkeit und ist meist weniger überlastet, hat aber geringere Reichweite und kommt schlechter durch Wände. 2,4 GHz reicht weiter, teilt sich das Band aber mit vielen Nachbarnetzen und Haushaltsgeräten. Nahe Geräte auf 5 GHz, weit entfernte oder wandbedeckte Geräte auf 2,4 GHz.
Wann lohnt sich ein neuer Router oder ein Mesh-System?
Wenn Ihr Router älter als fünf Jahre ist, nur 2,4 GHz oder 802.11n unterstützt oder keine Firmware-Updates mehr erhält, ist ein Wechsel sinnvoll. In Wohnungen über etwa 100 m², über mehrere Etagen oder mit dicken Wänden ist ein Mesh-Set einem einzelnen Repeater klar überlegen, weil die Geräte automatisch zum besten Knoten wechseln.